Seltsame Sprachen
Schlüsselkompetenzen
Eines Morgens sitze ich am Frühstückstisch, eine warme Tasse in den Händen, ein köstlicher Kaffeegeruch in der Luft. Durch das Fenster scheint die Sonne auf einen neuen Tag, während das Vogelzwitschern dem sonst unbeschriebenen Tagesblatt eine Melodie verleiht. Plötzlich ertönt und vibriert es auf dem Fenstersims: Vater ruft an.
„Der Akku im Autoschlüssel ist leer.“ Anscheinend steht er vor seinem Wagen auf dem Parkplatz und drückt verzweifelt auf die Fernbedienung. „Rufst du mal den Autodienst an? Ich komme nicht rein.“
Lazarus bei Firefox
Popnographie
Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem es fast als eine Tugend gilt, unserer Ungeduld und unserer mickrigen Aufmerksamkeitspanne verfallen sind, in dem das Fernsehen durch Zappen verdrängt wurde, in dem wir unserer Musik nicht mehr zuhören, sondern zu den Refrains vorspulen und zwischen den Liedern springen, in dem unsere Aufmerksamkeit gleichzeitig in Tausend Richtungen von unserer vernetzten Welt gezogen wird.
Daher sollte es uns nicht überraschen, wenn der Erfolgsweg genau diese Rastlosigkeit ausnutzt. Man nehme eine Jahresprise der erfolgreichsten Lieder, entsaftet sie, seziert sie, destilliert deren Einprägsamkeit ab. Die rohen Zutaten werden verschmolzen, verdichtet, miteinander geschickt neu kombiniert, und man erschafft durch diese Veredlung eine völlig neue Spezies, einen Überohrwurm, der die reinste Verkörperung von alldem, was man aus der Popmusik hören will, darstellt.
Bigger and better, like
Short aside. Teaching English in Germany, I often hear the mistake in comparative forms where Germans use a similar-sounding conjunction to their own:
Die Grünen sind beliebter als die SPD.
The Green Party is more popular as the SPD.
Curiously, where speakers use an alternative colloquial or dialect form of the comparative, it sometimes results in similar ‘mistranslations’ in English:
Die Europapolitik Großbritanniens
Sir Humphrey Appleby : Minister, seit mindestens 500 Jahren strebt Großbritannien in seiner Außenpolitik nach demselben Ziel: der Zerstrittenheit Europas. Zu diesem Zweck führten wir mit den Holländern Krieg gegen die Spanier, mit den Deutschen gegen die Franzosen, mit den Franzosen und Italienern gegen die Deutschen und mit den Franzosen gegen die Deutschen und die Italiener. Teilen und herrschen, verstehen Sie? Warum würden wir das jetzt alles über den Haufen werfen wollen, wo es ja so brillant funktioniert hatte?
Der zweite Spracherwerb
In Scheißgewittern
https://twitter.com/cryptopix/status/166513079880912896
Es ist also so weit. Nach der anrüchigen Auszeichnung als Anglizismus des Jahres 2011 ist der Shitstorm salonfähig geworden. Laut der Jury:
Shitstorm füllt eine Lücke im deutschen Wortschatz, die sich durch Veränderungen in der öffentlichen Diskussionskultur aufgetan hat. Es hat sich im Laufe des letzten Jahres von der Netzgemeinde aus auf den allgemeinen Sprachgebrauch ausgebreitet und gut in die Struktur des Deutschen eingefügt.



